traumatische Zahnverletzungen

"Zahnunfälle",  durch äußere Gewalteinwirkung entstandene Abbrüche (Frakturen) oder Risse der Zahnkrone, Lockerungen oder vollständiges Fehlen im Zahnfach. Zusätzlich sind meist noch die Mundschleimhaut, äußere Weichteile (Lippen, Wange) und in schweren Fällen auch der Kieferknochen selbst betroffen. 


Verletzungsformen des Zahnhalteapparates:
Konkussion = Erschütterung des Zahnes
Luxationen wie Kontusion ("Stauchung"), Subluxation (deutliche Beweglichkeit, steht aber normal in der Zahnreihe), laterale Luxation (seitliche Verschiebung im Zahnfach), Extrusion (ragt aus dem Zahnfach heraus - ist "länger", stark beweglich, nur noch mit den stark überdehnten und z.T. abgerissenen Wurzelfasern mit dem Zahnfach verbunden), Intrusion (tief in das Zahnfach hineingedrückt - ist "kürzer", manchmal kaum oder nicht mehr sichtbar)
Avulsion , auch Eluxation (der Zahn befindet sich nicht mehr im Zahnfach; unbedingt suchen!)
Alveolarfortsatzfraktur (das Zahnfach ist mit/zusätzlich abgebrochen)

In den meisten Fällen ist eine Erhaltung des verunfallten Zahnes möglich: gelockerte bzw. verschobene oder herausgefallene Zähne werden wieder regelrecht ins Zahnfach gesetzt und durch Schienung ruhig gestellt, abgebrochene Zahnteile können durch moderne Füllungstechniken ( Adhäsivtechnik) oder Überkronung repariert werden, Wurzelfrakturen können chirurgisch behandelt werden ( Wurzelspitzensektion). Bei den größeren Verletzungen ist meist eine Wurzelkanalbehandlung zusätzlich nötig.

Es gelten folgende Empfehlungen:
Baldigst (!) eine Zahnarztpraxis aufsuchen

Auch Milchzähne sollten/müssen behandelt werden

Ausgeschlagene Zähne suchen (nur bleibende Zähne, da Milchzähne nicht wieder eingepflanzt werden können); falls verschmutzt, kurz unter Wasser abspülen - nicht "Sauberkratzen" oder Desinfizieren, da damit für die Heilung wichtige Teile der Wurzelhaut zerstört werden

Zähne nur an der Zahnkrone anfassen

Zahn feucht halten: H-Milch, physiologische Kochsalzlösung (Apotheke), notfalls dem Patienten - falls ansprechbar und vernünftig (bleibende Zähne bei Kindern/Jugendlichen) - unter die Zunge oder die Wangentasche legen (nur im Notfall, da der körpereigene Speichel zahlreiche Bakterien enthält)

Wenn Sie es sich zutrauen und/oder der Patient es zulässt, den Zahn in die Wunde zurückstecken

Ideal ist die in Apotheken erhältliche Zahnrettungsbox (tooth rescue box) Dentosafe (ca. 21 €; www.zahnaerzteverein.com/inter.htm); hierin können Zähne ohne großen Qualitätsverlust bis zu 24 Std. aufbewahrt werden
In unfallträchtigen Bezirken (Schule, Schwimmbad, Eissporthalle) oder bei "zahngefährlichen" Sportarten sollte eine Zahnrettungsbox zum "Erste-Hilfe-Inventar" ebenso gehören wie das abgebildete Info-Plakat
Auch wenn kein Zahnschaden erkennbar sein sollte, unbedingt in einer Zahnarztpraxis röntgen und die Vitalität überprüfen lassen, da die Wurzel gebrochen sein könnte (Zahnfrakturen)
Zahnunfälle sind in jedem Fall unbedingt vom Patienten und/oder vom Zahnarzt der Versicherung zu melden. Wichtig ist dabei die Dokumentation, dazu gehören unter Umständen auch Röntgenbilder und Fotos. Auch wenn keine sofortige endgültige Behandlung möglich ist, so besteht der Versicherungsanspruch auch noch nach Jahren, wenn eine rechtzeitige Meldung (u. ggf. Begutachtung) erfolgte!

Die Chancen für einen langfristigen Erfolg steigen mit kurzer Verweildauer des Zahnes in einem geeignetem Transportmedium, kurzer Schienungsphase und rechtzeitiger Wurzelbehandlung. Bei Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachstum liegt die Überlebensrate für fünf Jahre bei 75%, für zehn Jahre bei 55%. Bei Zähnen mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum liegen die Quoten rund 10% niedriger.
Bis zu 35% aller Kinder und Jugendlichen erleiden in Europa ein Zahntrauma im bleibenden Gebiss. In einigen Fällen kommt es dabei zur vollständigen Herauslösung des Zahnes aus seiner Alveole, zur Avulsion.

 

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