Operative Entfernung verlagerter Weißheitszähne

Bei der operativen Entfernung von Weisheitszähnen handelt es sich um einen oralchirurgischen Eingriff. Immer stärkeres Augenmerk erhält hierbei die Schmerzvermeidung sowohl während als auch nach der OP. Schon vor der OP kann ein lang anhaltendes Schmerzmittel verabreicht werden, das nach dem Nachlassen der Anästhesie (Betäubung) weiter wirkt. In der Regel wird die Operation unter örtlicher Betäubung durchgeführt, wodurch die OP schmerzfrei möglich ist. Durch ein spezielles Gel kann vorher die Mundschleimhaut betäubt werden, wodurch beim Spritzen des Lokalanästhetikums die Einstiche weit weniger spürbar sind. Durch langsame Injektion kann das nachträgliche Anschwellen und Schmerzen des Einstichbereiches verhindert werden. Eine langsame Entfernung des Zahnes, die dem Zahn Zeit gibt, sich nach und nach zu lösen, fördert Komplikationsfreiheit und der Patient spürt die mechanische Kraft des Zuges weniger stark.
Bei großer Angst kann auf Patientenwunsch in entsprechend ausgerüsteten Arztpraxen eine Analgosedierung durchgeführt werden, wodurch der Patient beruhigt und seine Wahrnehmung reduziert wird.
Ist eine besonders komplizierte Zahnentfernung zu erwarten oder kann durch eine Leitungs- oder Lokalanästhesie ein schmerzloser Eingriff nicht gewährleistet werden, kann auch eine Vollnarkose in Frage kommen. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn sich ein Zahn in die Kieferhöhle oder ins Weichteilgewebe verlagert. In diesem Fall muss ein zweiter Eingriff erfolgen, dies geschieht in der Regel unter Vollnarkose, da relativ weit in den Kiefer hineingearbeitet wird. Sollte auch dieser Eingriff fehlschlagen, weil sich der Zahn z. B. in die Wange verlagert, so muss ein weiterer Eingriff erfolgen. Dieser kann erst nach einer mehrmonatigen Pause erfolgen. Eine Gefahr durch den Zahn besteht nicht. Dieser Fall tritt selten auf, im Schnitt einmal pro Praxis und Jahr. Häufiger kommt es dagegen vor, dass der Zahn sehr fest im Kiefer sitzt. Um möglichen Schädigungen vorzubeugen, ist es ggf. nötig, den Zahn im Kiefer zu zerlegen, was auch unter Lokalanästhesie durchgeführt werden kann. Solch ein Eingriff kann nach der Operation zu größeren Schwellungen und auch stärkeren Schmerzen führen.
Ebenfalls wird in den Fällen, in denen alle vier Weisheitszähne in einer Sitzung entfernt werden, der Vollnarkose oft der Vorzug gegeben. Diese ist allerdings in der Regel in Deutschland keine Kassenleistung mehr und muss daher von gesetzlich krankenversicherten Patienten selbst getragen werden.
Häufig ist der Zahn sehr im Kiefer verankert, ist der Zugang zwischen den anderen Molaren und dem Kieferwinkel zu klein oder der Zahn liegt waagerecht im Kiefer. In diesen Fällen ist es erforderlich, den Zahn im Kiefer durchzutrennen.
Es empfiehlt sich, die durch die Entfernung eines Weisheitszahnes entstehende Wunde durch chirurgische Nähte zu verschließen, um die Wundoberfläche zu verringern. Erforderlichenfalls können ein Schmerzmedikament und ein Antibiotikum verordnet werden. Das Schmerzmittel soll keine Acetylsalicylsäure, (etwa Aspirin) enthalten, da diese die Blutgerinnung negativ beeinflusst. Patienten mit gerinnungshemmender Behandlung (Phenprocoumon, Marcumar) müssen vorübergehend auf niedermolekulare Heparinpräparate umgestellt werden.

NEWS
Die "Tagesklinik Hannover Centrum" befindet sich im Herzen der Innenstadt von Hannover. In diesem (mehr...)
Modernste Diagnostik. Ab sofort verfügt die Tagesklinik Hannover Centrum über einen "Digitalen (mehr...)